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David Liebs – Auszubildender zum IT-Systemelektroniker bei der Deutschen Telekom AG

David LiebsDavid Liebs befindet sich im 1. Ausbildungsjahr zum IT-Systemelektroniker bei der Deutschen Telekom. David kann aufgrund einer Asperger-Störung die Mimik seiner Gesprächspartner schwer spiegeln – wir haben mit ihm darüber gesprochen, ob das in einem technischen Beruf überhaupt eine Rolle spielt.

Interview:

David, du machst im Telekom-Ausbildungszentrum in Berlin-Lichterfelde eine Berufsausbildung mit Abitur. Wie läuft so etwas ab?

DL: Bei der BMA haben wir jeweils 3 Monate Schule und dann 3 Monate Betriebseinsatz, immer im Wechsel. Ich werde zum IT-Systemelektroniker ausgebildet und erwerbe in den drei Ausbildungsjahren gleichzeitig das Fachabitur.

Wenn man gleichzeitig eine Ausbildung macht und ein Abitur, ist das eine besondere Belastung? Muss man mehr machen als ein „normaler“ Azubi oder „normaler“ Abiturient?

DL: Das hängt natürlich individuell davon ab, wie der Belastungsgrad einer Person ist. Also ich persönlich finde es nicht sehr belastend, gerade weil es halt ein bisschen abwechselnd ist: Abitur, also Schule, und dann wieder die drei Monate Betrieb. Es ist eher abwechslungsreich und entspannt.

Was machen eigentlich Systemelektroniker?

DL: Wir haben zwar jetzt speziell in der Ausbildung auch mit Programmieren zu tun, aber später verlegen wir dann hauptsächlich Kabel. Da wir die Verbindungen zu den Rechnern herstellen, müssen wir natürlich auch mit Rechnern umgehen können.

Du hast eine Form der Behinderung, die es dir schwer macht, auf nonverbale Kommunikation direkt zu reagieren, also auf Gesichtsausdrücke oder Gefühle, die sich im Gesicht spiegeln. Hast du das bei deinem Einstellungsgespräch thematisiert?

DL: Also eigentlich nicht. Es ist erst später aufgefallen. Aber im Einstellungsgespräch habe ich es nicht selbst angesprochen und man hat es auch nicht gesehen, schätze ich mal, sonst hätte man mich sicher auch danach gefragt.

„Ich hätte besser am Anfang direkt sagen sollen, wie sich meine Behinderung auswirkt.“

Spielt es denn für deinen Ausbildungs- und Lernalltag keine Rolle?

DL: Einerseits, weil wir mit Kunden zu tun haben. Da müssen wir halt auch ein bisschen überzeugend wirken. Aber andererseits auch im privaten Bereich: Mit den anderen Azubis muss ich ja auch auskommen.

Wie machst du das mit den Kundensituationen, wenn es für deine Ausbildung eine Rolle spielt, dass du mit Kunden kommunizieren musst?

DL: Ich habe es mir im Laufe der Jahre bewusst angeeignet, in bestimmten Situationen bestimmte Gefühle zu äußern, durch Gesichtsausdruck und Gestik und Mimik. Das wird im Kundengespräch vielleicht immer mal problematisch sein, weil es gelegentlich gezwungen aussieht, aber für meine weitere Berufsplanung sehe ich das nicht als schlimmes Problem. Und der IT-Branche will ich treu bleiben, speziell bei der Telekom will ich dann weiter arbeiten.