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Florian Link – Auszubildender zum IT-Systemkaufmann bei der Deutschen Telekom AG

Florian LinkFlorian Link wird im Telekom-Ausbildungszentrum Lichterfelde zum IT-Systemkaufmann ausgebildet. Der 19jährige befindet sich im 1. Ausbildungsjahr. Florian leidet an einer inneren Erkrankung, die es notwendig macht, auf Essens- und Pausenzeiten Rücksicht zu nehmen und darf sich körperlich nicht stark belasten.

Interview:

Wie bist du darauf gekommen, es mit einer IT-Ausbildung zu versuchen?

FL: Ein Kumpel von mir hatte sein Abitur abgebrochen und eine Berufsausbildung bei der Telekom angefangen. Ich ihn halt gefragt, was er alles da so machen muss und dachte mir, das hört sich ja recht interessant an. Also habe ich mich auch als IT-Systemelektroniker beworben in Berlin und es hat auch alles sehr gut geklappt; ich habe den Einstellungstest bestanden und irgendwann kam das Vorstellungsgespräch. Da saßen die Kollegen und haben sich dafür interessiert, dass ich schwerbehindert bin und haben sich alles angehört. Schwer heben ist für mich eigentlich sehr schlecht, und ich muss regelmäßig Nahrung zu mir nehmen. Das ist halt schlecht im Außendienst.
Am Nachmittag haben sie dann bei mir angerufen und gesagt, die Ausbildung als IT-Systemelektroniker fällt aufgrund Ihres Krankheitsbildes ins Wasser. Dann dachte ich mir schon, jetzt ist Feierabend, aber dann meinten sie, wir können Ihnen aber eine Ausbildung als IT-Systemkaufmann anbieten und klar habe ich dann Ja gesagt. Da hat man schon gemerkt, dass sich die Kollegen dafür interessieren und sich dafür einsetzen, dass man trotz dessen im Betrieb bleibt.

Das heißt, deine körperliche Einschränkung hat schon im Bewerbungsgespräch eine Rolle gespielt. Haben dich die Personaler darauf angesprochen oder hast du das Thema auf den Tisch gebracht?

FL: Also ich habe damit angefangen zu reden, weil ich meine, im Vorstellungsgespräch oder generell, wenn es um so was geht, dann sollte man offen darüber reden. Von daher habe ich mir gedacht, ich spreche das Thema an und warte nicht, bis man auf mich damit zukommt, und das fanden die Kollegen sehr gut, dass ich aus mir rausgekommen bin und darüber reden konnte; dass die Kollegen erst mal Bescheid wissen.

Wie ist es jetzt in der Ausbildung, die du jetzt machst, zum IT-Systemkaufmann? Spielt das Problem, dass du Pausen zwischendurch machen musst, dass du dich nicht sehr schwer körperlich belasten kannst, eine Rolle für die Ausbildung selber?

FL: Nein, eigentlich gar nicht. Meine Kollegen auch im Betrieb, die sind sehr offen dafür und die unterstützen mich wirklich in jeder Situation. Wir haben nicht so großartig Zeitdruck bei mir im Betrieb. Klar, wir haben Kunden, um die sich gekümmert werden muss, aber es sind wirklich definitiv nur Computerarbeiten und Schaltarbeiten und von daher kann man fünf Minuten mal kurz den Platz verlassen und mal was trinken oder kurz was essen gehen. Von daher ist das gar kein Problem.

„Meine Kollegen im Betrieb sind sehr offen und unterstützen mich in jeder Situation.“

Bist du glücklich mit dieser Entscheidung? IT-Systemkaufmann ist ja als Beruf schon ganz anders gelagert als der Systemelektroniker.

FL: Definitiv. Unser Ausbilder sagt immer, dass die Kaufleute für beides geschult werden. Wir sind also zur Hälfte Kaufleute und zur anderen Hälfte Systemelektroniker und von daher sind wir irgendwie für jeden Bereich überhaupt einsetzbar. Es ist sehr vielfältig, von daher bin ich sehr zufrieden mit der Ausbildung.

Hat man als Systemkaufmann denn Aussichten oder gibt es die wie Sand am Meer?

FL: Man hat schon Aussichten. Wir können uns so gut wie überall bewerben in der IT-Branche oder generell. Aber wenn es klappt, würde ich sehr gerne bei der Telekom bleiben.